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Gilrain
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Re: Fragen und Anregungen

#2777

Beitrag von Gilrain »

Happy hat geschrieben:
Gilrain hat geschrieben: Was mache ich dann?

LG, Gilrain
Schicke uns mal ein Foto in dem du gegen das licht durch die MW Schaust. Das kann nicht so richtig sein.
Ich glaube inzwischen, dass bei meiner Mittelwandpresse die Zellgeometrie minimal von Vorder- auf Rückseite verschoben ist. Das "Y" kann ich schon erkennen, aber es liegt nicht genau in der Mitte. Langfristig werde ich mir doch eine Presse bauen müssen, da die Mittelwände mit Matritzen von Stephan (in der neuen Zellgeometrie) einfach wesentlich besser sind. Bei meinen 5,1mm Mittelwänden mit ResistantBee Matritzen springt mich das "Y" geradezu an.

LG, Gilrain



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bee
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Problemlösung Zellenbau

#2776

Beitrag von bee »

Es ist absolut notwendig, dass die Bienen gut die kleinen Zellen bauen können.

Gerade hat eine Kollegin geschafft, daß grozellige Bienen auf Anhieb 4,9mm Mittlewände gut ausgebaut haben. Das kommt sehr selten vor:
viewtopic.php?f=3&t=1596#p17621
:aplauso:


Das schwierigste an der Arbeit eine Biene zu erlangen, die sich von selbst gegen die Varroen und die anderen Krankheiten wehrt , ist dass die Biene die kleinen Zellen gut bauen kann.
Wenn ein Stock die kleinen Zellen bauen kann, ist es sehr wahrscheinlich, dass er sich von alleine verteidigen kann, ohne die Anwendung von Chemie.
Es scheint, dass das Maß von 4,9mm eine Grenze darstellt, unterhalb derer sich die Bienen von alleine gegen die Krankheiten wehren können.
Eine Biene die in einer 4,9mm Zelle zur Welt kommt, kann sehr wahrscheinlich wieder dieses Maß bauen.
Dies können wir sehr schnell durch den Gebrauch der voll ausgebauten Plastikwaben erreichen.
Aber in der Praxis werden einge Stöcke Probleme haben dieses Mass gut zu bauen.
Die Probleme beim bauen der kleinen Zellen treten vor allem zu Zeiten starken Nektarflusses auf. Das müssen wir immer berücksichtigen und stellen unsere Arbeit darauf ein, dass die Bienen womöglich nicht viele Waben ausbauen müssen, wenn starker Nektarfluss herrscht. Hier bei uns war das größte Problem während der Mandelblüte. Es schien, dass die Bienen plötzlich alles Erlernte vergessen hatten, aber sobald diese Blüte vorüber war, normalisierte sich alles wieder sofort.
Auch müssen wir mit einkalkulieren, dass die kleinen Zellen am besten IM Brutnest gebaut werden. So müssen wir neue Rahmen mit Mittelwänden immer direkt neben einer Brutwabe einhängen, oder wenn der Stock sehr stark ist, können wir diese auch mitten ins Brutnest geben.
Es gibt verschiedene Ausmaße von Defekten beim Ausbau der kleinen Zellen.
Dies ist eine Wabe die leichte Defekte im oberen Teil aufweisst. Das Zentrum ist gut gebaut und wir können diese Wabe verwenden.
weiter lesen:
http://resistantbees.es/?p=3195


liebe Grüße
bee

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Und wenn ich nur die Zellengröße verkleinere?

#2775

Beitrag von bee »

Die Zellengröße ist nur ein, wenn auch wichtiger Bestandteil des Systems von Ed&Dee Lusby.
Wenn wir aber nur die Zellen verkleinern und so wie bisher mit den Bienen weiter machen, können wir überhaupt keinen Nutzen daraus ziehen und die Bienen müssen weiter wie gewohnt behandelt werden
.
Das System von Ed&Dee Lusby ist sehr komplex und funktioniert nur in dieser Form.
Hier kann man sehen was Ed&Dee sagen aus was sich dieses System zusammensetzt.
Hier sieht man ein Rezept wie man vorgehen kann.
Hier sieht an unser neues Konzept
Und hier sieht man in der Studie von Erik Österlund die Erfahrungen der Imker die am meisten wissen in Bezug auf Resistenzzucht.


Also bitte die Finger von den kleinen Zellen lassen wenn man nicht dieses ganz System anwendet.
Und für Anfänger in der Imkerei ist es auch abzuraten sofort mit diesem System zu beginnen.


liebe Grüße
bee

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Re: Fragen und Anregungen

#2774

Beitrag von Happy »

Gilrain hat geschrieben: Was mache ich dann?

LG, Gilrain
Schicke uns mal ein Foto in dem du gegen das licht durch die MW Schaust. Das kann nicht so richtig sein.


Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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Gilrain
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Re: Fragen und Anregungen

#2773

Beitrag von Gilrain »

bee hat geschrieben: hallo Everbee,
ganz einfach.
Du schaust dir eine Wabe an und die Seite wo du das Y siehst muss immer nach aussen zeigen. :gracias:
Bild

Und hier ist es ganz ausführlich erklärt.
Hallo Bee,
ich habe seit Jahren Waben (selbstgegossen oder dazu gekauft), bei denen ich einfach das "Y" nicht sehen kann (sowohl bei 5,1 als auch bei 4,9).
Was mache ich dann?

LG, Gilrain



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Das Bienenwachs – praktisch alles Bienenwachs ist hoch verseucht mit Chemierückständen

#2772

Beitrag von bee »

Das größte Problem ist, daß durch die Jahrzehnte lange Anwendung von Chemie IM Bienenstock, praktisch alles Wachs, das auf dem Markt ist, belastet ist. Und das können wir nicht verwenden.
Imker Pestizidflasche gefunden in totem Bienenstand
auf einer griechischen Insel
Pestizidrückstände im Wachs (Studie von Erik Österlund)
Auf der Erde gibt es heute leider nur mehr wenige Orte, an denen es Wachs gibt, das frei von chemischen Rückständen ist. Diese chemischen Rückstände haben auf das Leben der Bienen verschiedenste negative Einflüsse. In sehr kleinen Mengen können die Bienen damit eventuell umgehen, wenn sie stark genug in anderen Richtungen sind. Speziell die (komplizierten, untereinander ablaufenden) synergetischen Effekte, also diese gegenseitigen Beeinflussungen der einzelnen Chemikalien, die verwendet werden, sind sehr schwer zu handhaben bzw. zu kontrollieren. Und noch schwieriger ist es, sich ein wissenschaftlich fundiertes Wissen über diese komplizierten chemischen Vorgänge anzueignen. Ich denke das Beste, was wir tun können, ist, uns zu bemühen, möglichst „sauberes“ Wachs zubekommen, das von jeglicher Art von Chemikalien frei ist. Es mag schwierig sein, aber die naheliegendste Vorgangsweise ist es, nur Entdeckelungswachs für die neue Wachsgrundlage zu verwenden und jene Waben, von denen wir annehmen, dass sie kontaminiert sind, durch gesunde Waben zu ersetzen. Eine weitere Quelle für sauberes Wachs ist Wachs aus Gebieten, in denen sich Mitizide (milbenabtötende Chemikalien) verwendet werden. Behalten Sie aber immer auch andere Kontaminationsmöglichkeiten im Auge.
Bild
Ein anderes Problem ist, daß sich in den Mittelwänden, die verkauft werden ein schwerwiegender Fehler entstanden ist.
Um das zu erklären, muß ich weiter ausholen. Ed und Dee Lusby (Ed war der Ehemann von Dee und der ist leider vor Kurzem gestorben, Dee sagt durch zu viel Stress – ich kann es nachfühlen) begannen in den 80er Jahren, nach intensivem Studium der alten Imkerliteratur, ihre 1000 Stöcke auf 5,05mm Zellenmaß umzustellen. Da sie das ganze Jahr mit 4 Zargen arbeiten, sind das 40.000 Rahmen neu zu bestücken. Unglaublich!! für 2 Personen. Sie waren so überzeugt von dem, was sie in der Literatur gefunden hatten und glaubten, daß die Zellen die verwendet wurden, zu groß waren für die Bienen. Sie hatten auch keine Form um die Mittelwände herzustellen und konnten den Besitzer der Firma Dadant davon überzeugen, der machte ihnen eine Walze aus Stahl, per Hand graviert! Reines Abenteuer. Als sie dann ihre Bienen auf 5,05mm hatten, gab plötzlich das Problem mit der Varroa nach und das Problem der Tracheenmilbe verschwand, doch die restlichen Krankheiten dezimierten ihr Stöcke immer mehr. Sie entschieden sich, nochmals alles umzustellen, nun auf 4,9mm und siehe da, die Krankheiten verschwanden. Und das blieb so bis heute. Heute hat Dee wieder fast 1000 Stöcke, ohne jegliche Behandlung seit 25 Jahren.
Und ich muß wiederholen, daß das nicht allein die Größe der Zelle ist, sondern viele andere Faktoren müssen geändert werden, aber ohne die veränderte Zellengröße ist es nicht möglich.
Dh daß ein und ein halbes Zehntel Millimeter den Bienen dazu verhalf, sich gegen die Krankheiten zu verteidigen. Alles blieb dann unter der 2% Schwelle.
Nun zurück zu den käuflichen Mittelwänden.
Nehmt doch mal einen Meterstab und messt bei euren Mittelwänden, in den 3 Richtungen, 10 Zellen.
Und zu unserem Erstauen sind die Zellen, bei ALLEN käuflichen Mittelwänden, auch bei den Mittelwandpressen, in einer Richtung länger.
z.b. 5,4mm x 5,4mm x 5,7mm Warum?

Weil die Mittelwände mit einer Walze hergestellt werden und in der Drehrichtung das Wachs gedehnt wird. Und die Mittelwandpressen werden auch mit diesen Mittelwänden geprägt. Also haben wir in ALLEN Bienenstöcken Fehler bis zu 3 Zehntel, oder sogar mehr, Unterschied in den Zellmassen. Und 0,15mm waren bei Dee der springende Punkt, als die Krankheiten verschwanden. Mir scheint daß das für die Bienen ein äußerst großer Stressfaktor ist, denn warum haben sie die sechseckige Zelle? Weil sie exakt ist und den Raum am besten einteilt.
Natürlich kann man sagen, daß die Biene auch nicht ganz exakt baut, aber was wir ihr vorgeben (und das ständig), ist ein zu großer Fehler, als daß es nicht bei ihr Stress auslösen müsste.
So ging nun Erik, aus Schweden, einer von uns der am meisten Erfahrung hat, daran eine Firma in Schweden zu überzeugen, Mittelwände herzustellen die 4,9mm haben und mit den exakten Maßen. Ein weiterer Vorteil ist, daß es in Schweden verboten ist, Gifte im Bienenstock anzuwenden und daher das Wachs praktisch unbelastet ist. Adriano aus Italien macht eine Wachsrückstandsuntersuchung und es konnte nur Fluvalinat in sehr geringer Konzentration nachgewiesen werden. Es liegt niedriger als das untere Limit, das bei einer Hohenheimer Untersuchung angezeigt wird.
die Firma mit den 4,9mm Mittelwänden in Schweden:
Mittelwände 4,9mm
Natürlich ist es am Besten eigenes, wenn unbelastetes, Wachs zu verwenden.
Hab dann von einem Mittelwandpressen Hersteller, der billige Silikonformen in Deutschland vertreibt, zu hören bekommen, daß ich doch nicht päpstlicher als der Papst sein soll!!! Aber für die Bienen ist es nicht so einfach.
Dann hab ich vor einigen Jahren mit B. G., der Firma G., kontaktiert und ihn überzeugen können, daß er seine 4,9mm Formen, die denselben Fehler aufwießen und die er für afrikanische Bienen herstellte, mit den Mittelwänden von Schweden baut. Nun kann man bei ihm Pressen mit richtigen Massen in 4,9mm beziehen. Es gibt auch einige andere Anbieter im Moment.
Hier sieht man wie wir unsere Mittelwände mit wassergekühlten Silikonformen Marke Eigenbau herstellen. Mit zwei Formen machen wir zu zweit ca 80 Mittelwände pro Stunde. das Problem ist der Wachsnachschub der im Wasserbad erhitzt wird.
Dadurch daß wir die Mittewände entnehmen, wenn sie noch ziemlich warm sind, ziehen sie sich zusammen und wir erhalten Maße zwischen 4,8 und 4,85. Das ist für die fortgeschritten kleinzelligen Bienen hervorragend. So haben wir auch Spielraum und können 4,9 oder 4,8 verwenden, je nach Notwendigkeit.
http://resistantbees.es/?p=2917


liebe Grüße
bee

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Online Stockkarte für behandlungsfreie Bienenhaltung

#2771

Beitrag von bee »

Da ja nun einige Imker dieses Jahr mit der Umstellung auf das System der kleinzelligen Bienen beginnen, ist es sehr wichtig sie gut anzuleiten. Um das aber machen zu können muss derjenige, der zu Rat gezogen wird, möglichst viele relevante Daten der einzelnen Stöcke haben. Und das vor allem von Anfang an, um beim Auftauchen von Problemen die Entwicklung der Problematik nachvollziehen zu können.
Dazu benötigen wir eine Art Stockkarte, wo aber vor allem die speziell wichtigen Daten in Bezug auf die kleinzelligen Bienen aufgelistet sind. Ich persönlich notiere alles in einem Laptop, ein Toughbook, das immer dabei ist. Dazu haben wir die optimale Software, ein Excel Programm (Dank an Felix), welches speziell für unsere Bedürfnisse programmiert wurde.
Nun wie machen wir das aber wenn derjenige, der Hilfestellung geben will, weit weg ist?
Da wurde die Idee einer Online Stockkarte geboren, die über das Internet von überall aus erreichbar ist. Und in unserem Arbeitskreis gibt es einen speziellen Praktikerbereich, in dem online Hilfestellungen gegeben werden können. Das läuft nun schon ein paar Jahre und klappt wunderbar.
Ohne dieses Werkzeug ist es praktisch unmöglich richtige Diagnosen zu stellen und richtig zu reagieren in Problemfällen. Wie funktioniert die online Stockkarte?
Online Stockkarte – Erklärung
Wir möchten nun aber auch KLEINZELLENIMKER außerhalb des Arbeitskreises ermöglichen mit unserem neu programmierten Excel VBA STOCKKARTENSYSTEM zu arbeiten.
Näheres erfahren Sie hier:
  Exklusiv von ResistantBees – Excel Programm – online Stockkarte
neues update von Felix (29.9.2107):
hallo liebe Bienenfreunde,
hier möchten wir Ihnen eine neue Version V8-4 unseres Stockkartensystems präsentieren. Es wurde einiges daran gearbeitet seit der Veröffentlichung der V7, die ja schon längere Zeit zum Herunterladen bereitgestellt wurde. Das Highlight stellt in der V8-4 jetzt sicher die neue graphische Standortverwaltung, sowie die ToDo-Liste dar. Nehmen Sie sich doch jetzt außerhalb der Bienensaison diese 20min Zeit und schauen Sie sich das Kurzvideo an:


Viel schreiben wollen wir jetzt hier nicht. Wir haben für die V8-4 einige Tutorial Videos gedreht, und auch ein Video, in dem wir Ihnen das Stockkartensystem ganz kurz und bündig in 20 min näher bringen möchten:
https://www.youtube.com/channel/UC66QaV5Jo4ddHhxVubQAn-Q/videos
Weitere Informationen hier auf der Stockkartenwebsite. http://stockkarte.resistantbees.com/
neues update von Felix (Oktober 2016):
Hallo liebe Bienenfreunde Bild ,
in der letzten Zeit haben wir unser Stockkartensystem nochmal etwas verfeinert/verbessert und eine Version V7 zusammengestellt Bild .
Die Neuerungen und Verbesserungen haben wir in diesem Video und auch in der Bedienungsanleitung erklärt:
https://www.youtube.com/watch?v=A_jIQx6JIY8
Auch den Erwerb des Stockkartensystems haben wir geändert. Bisher war es ja so das man bei Interessenbekundung ein Testversion mit einer begrenzten Laufzeit erhalten hat. Nach Ablauf dieser Laufzeit konnte man das Stockkartensystem dann für 50€ käuflich erwerben was ich nicht als zu hohen Betrag für den Aufwand den wir dafür getrieben haben sehe.
Wir haben das System nun eine komplette Bienensaison erfolgreich im Einsatz gehabt und getestet. Ich bin nun der Meinung das sich das System mehr verbreiten soll und möchte da die Kaufhemmschwelle die da einige bzgl. den 50€ hatten ausschalten.
Wir bieten das Stockkartensystem nun kostenlos zum herunterladen (Download) an.
Ich hoffe damit ResistantBees und in ersterlinie natürlich den Bienen helfen zu können Bild .
Ich halte nämlich nichts von „Geheimniskrämerei“, sondern bin für die Offenlegung von angesammeltem Wissen. Je mehr diesem Beispiel folgen, desto eher kommen wir gemeinsam weiter, um die großen Herausforderungen der Zukunft besser bewältigen zu können Bild .
Wenn ihr mit dem Stockkartensystem gearbeitet habt und es für gut befindet, so das ihr es als Werkzeug bei der Arbeit mit den Bienen einsetzen könnt, so habe ich für die diejenigen Menschen die dafür einen kleinen Obolus abgeben möchten, auf der Stockkartenseite beim herunterladeneinen Spendenknopf eingerichtet, mit dem ihr eine Spende als Entschädigung für die Entwicklung dieses Systems abgeben könnt.
Ich bedanke mich schon im Voraus dafür, und versichere das Geld Sinnvoll in die Arbeit der kleinzelligen Bienen zu Investieren.
Weitere Infos findet ihr und auf folgender dafür eingerichteter Website:
http://stockkarte.resistantbees.com/
LG
Felix


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wie wehren sich die kleinzelligen Bienen gegen die Varroa?

#2769

Beitrag von bee »

wie wehren sich die kleinzelligen Bienen gegen die Varroa?

Es gibt ja verschiedene Arten wie sich die kleinzelligen Bienen gegen die Varroamilben zur Wehr setzen können.

Gerade berichtet ein Kollege, dass er in zwei seiner kleinzelligen Stöcke extrem wenig Milben in der Brut finden kann, obwohl er nicht behandelt hat.
Letztes Jahr fand er im August in 20 Drohnenbrutzellen 4 von Milben besetzte vor und eine davon war sechsfach besetzt und es gab keine Nachkommen.
In 100 Bienenbrutzellen fand er zur selben Zeit 4 besetzte vor.
Und heuer bei den letzten Untersuchungen konnte er in 50 Zellen Bienenbrut keine Milben finden und in der Drohnenbrut in 20 Zellen nur eine Milbe.
Und das alles ohne jeglichen Behandlungen!

hier gehts weiter:
http://resistantbees.es/?p=4126

Bild


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neues Konzept zum umstellen der Bienen auf kleine Zellen

#2768

Beitrag von bee »

neues Konzept zum umstellen auf kleine Zellen für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis
Es wurde nun ein neuer Plan geboren, wie wir vorgehen können, um dem Anfänger und auch dem Profi es zu ermöglichen erfolgreich mit kleinzelligen Bienen arbeiten zu können, ohne die Notwendigkeit von Behandlungen gegen Varroa etc.
Erik Österlund versicherte uns seine Mitarbeit in Bezug auf orientierender Hilfestellungen. Ich werde ihm alle unsere Projekte zukommen lassen, im Verlauf des Entstehens, damit er seine Erfahrungen mit einbringen kann.
Die größte Problematik scheint die Existenz einer sehr großen Dichte von großzelligen Stöcken im deutsch/österreichisch/schweizerischem Raum zu sein.
Christian berichtete dass die Migration von Varroamilben bei kleinzelligen Stöcken sehr gering ist, jedoch bei der Anwesenheit von großzelligen ist sie augenscheinlich sehr hoch.
Dies kann all unsere Anstrengungen ohne Behandlungen auszukommen äußerst erschweren, erstens durch die Anwesenheit von vielen großzelligen Bienen in unseren kleinzelligen Stöcken und natürlch vor allem durch die Migration von Milben.
Wie kommen wir zu dieser Migration, das heisst wie kommen die Milben der Nachbarn, die großzellige Bienen haben, in unsere Stöcke?
Da sich ja unsere kleinzelligen Bienen gegen die Milben aktiv zur Wehr setzen durch das hygienische Verhalten und sich die Varroen vor allem auf die Drohnenbrut bei den kleinzelligen Bienen konzentrieren, haben wir von Haus aus weniger Infektion in unseren Stöcken als in den großzelligen.
Das verbessert sich laufend wenn wir uns an die Richtlinien halten.
Dadurch dass sich die Bienen aber innerhalb nahliegender Stöcke austauschen, sogar bei größeren Entfernungen, werden wir laufend mit einer Wiederinfizierung von fremden großzelligen Stöcken zu rechnen haben, denn dort geht die Vermehrung der Milben viel flotter voran.
Dazu kommt das Problem der Varroaschwärmchen, die aus zusammenbrechenden Völkern ausziehen und mit relativ wenigen Bienen viele Varroen mit sich tragen und sich in andere Völker einbetteln können.
Und vor allem natürlich die Problematik der Räuberei. Nicht nur die massive Räuberei, sondern auch die stetige Räuberei.
Die Bienen räubern konstant wenn sie können. Eine richtige massive Räuberei sieht jeder, aber eine stetige sieht man nicht so einfach. Wenn da großzellige Stöcke im Umkreis von 3km stehen, dann ist es sehr wahrscheinlich daß auch unsere kleinzelligen Bienen, auch wenn sie genügend Futter haben, in die anderen Stöcke rein gehen. Das kommt vor allem bei bei Trachtlosigkeit. Warum sie das machen ist ein anderes Thema, wozu ich meine besonderen Erklärungen habe, aber daß sie es machen steht außer Frage.
Den Beweis haben wir hier.
Das führt dazu dass unsere kleinzelligen Stöcke mehr gefordert sind und mehr Milben ausputzen müssen. Doch beim ausputzen müssen sie meist ihre eigen Brut ausfressen um an die in den verdeckelten Brutzellen versteckten Varroen zu gelangen. Damit schwächen sie sich und es ist klar –
Je stärker die Reinvasion desto geringer die Überlebenschancen.
Aus diesem Grund schlagen wir natürlich vor Stände zu suchen, die möglichst weit weg sind von anderen Bienen. Doch das ist oft sehr schwierig zu finden.
Nun kommt noch eine Problematik hinzu, die sowohl auf den Profi als auch auf den Anfänger zutrifft.
Und das ist die Tatsache dass niemand es bisher gelernt hat mit Bienen umzugehen, die sich aus eigener Kraft, ohne die Hilfe von Behandlungen, gegen die Milben zu wehren.
Das heisst wir müssen das Verhalten dieser Bienen studieren, um frühmöglichst Anzeichen von Krisen erkennen zu können, um dann rettend eingreifen zu können. Das hygienische Verhalten tritt immer auf, doch meist zu spät und die Bienen müssen erst lernen sich frühzeitig gegen die Varroen zur Wehr zu setzen. Erik geht von 5 Jahren aus und ich denke dass wir dies durch die Arbeit mit Ablegern ziemlich verkürzen können.
Nun ist es ziemlich aussichtslos an Plätzen mit hoher Bienendichte mit kleinen Zellen anzufangen.
Somit müssen wir in Zonen mit geringer Dichte ausweichen.
Und wo gibt es weniger konventionelle Bienen?
An Stellen wo es wenig Tracht gibt.
Wir mussten das auch machen zu Beginn um größere Aussicht auf Erfolg zu haben.
Doch können die Bienen sich an solchen nicht trachtlosen, doch trachtbeschränkten Plätzen, entwickeln?
Schwierig, doch die Problematik der Wiederinfizierung hält sich in Grenzen.
Und wie können wir dieses Manko ausgleichen?
Indem wir einfach gleichzeitig mit konventionellen Bienenstöcken arbeiten und die haben wir an Ständen mit guter Tracht. Somit können wir auf diese Stöcke zurückgreifen wenn wir Honig für unsere kleinzelligen Stöcke brauchen und auch wenn wir Bienenmaterial benötigen.
Die kleinzelligen können uns gut gebaute Waben im 4,9mm Maß liefern, die an den Plätzen wo wenig Tracht ist viel besser diese Waben ausbauen werden. Mit diesen Waben und den großzelligen Bienen machen wir Ableger und können somit den Bestand an kleinzelligen erweitern.
Aber wie führen wir die großzelligen Bienenstöcke?
Da ja fast alle die 5,1mm Mittelwände ausbauen können, denn der wahre Knickpunkt ist der Schritt von 5,1 zu 4,9, werden wir unsere großzelligen auf 5,1mm führen, was schon mal ein guter Schritt ist.
Dann behandeln wir alle 2 bis 3 Wochen mit Puderzucker und können somit die Varroen auf gleichem level halten. Durch den Fall der Milben bei den Puderzuckerbehandlungen sind wir immer auf dem laufenden ob wir eine größere Wiederinfizierung von aussen haben.
Tatsache ist einfach dass wir dadurch viel mehr Luft haben und uns darauf konzentrieren können von den kleinzelligen Bienen zu lernen wie sie sich verhalten. Dabei ist es unverzichtlich das System der Ableger bei den kleinzelligen zu beherzigen.
Die großzelligen führen wir weiter, so wie wir es immer schon gemacht haben, im Notfall auch mit Thymolbehandlung. Auf Oxalsäure und Chemie würde ich aus jeden Fall verzichten, denn das sind Zeitbomben.
Aber wo sind diese Stände mit wenig Tracht, denn wo wenig Tracht – wenig Imker.
Wir diskutierten und fanden die Möglichkeiten von Waldgegenden mit Lichtungen wo es zB Brombeeren etc gibt. Da seid ihr gefordert Lösungen zu finden. Es gibt sie, eventuell etwas weiter weg, aber dort werdet ihr erfolgreich eure kleinzelligen Erfahrungen machen können.
Wie geht’s aber später weiter?
Die Idee ist dass wir mehr Imker im Umkreis finden die mit einsteigen und im Laufe der Zeit werden wir Zonen finden, wo kaum mehr großzellige Bienen sein werden. Die Krise schreitet schnell voran und mir wurde schon von fast bienenfreien Zonen berichtet, weil die Stöcke einfach schon alle zusammenbrachen.
Wir müssen uns auch darauf konzentrieren effektiv zusammen zu arbeiten und Aufgaben zu verteilen.
So kann ein Imker der geeignete Standorte hat dort ausgewählt Königinnen begatten und sie den Kollegen liefern, die an genetisch aussichtslos verseuchten Gebieten imkern. Im Gegenzug können diese ausgebaute kleinzellige Waben erhalten etc etc. So machen wir das hier auch.
Wie geht also der Anfänger vor?
Da der Neuling erst mal den Umgang mit den Bienen zu erlernen hat, sollte er mit ganz normalen Bienenstöcken anfangen. Dabei kann er auf die Hilfe von konventionellen Imkern zurückgreifen, denn wenn man unser System erwähnt stößt man meistens auf Ablehnung. Mittelwände werden mit 5,1mm Zellgröße verwendet aus rückstandsfreiem Wachs. Seine Stöcke behandelt er mit Puderzucker alle 2 bis 3 Wochen und hält somit die Varroen auf dem selben Stand. Diese Stöcke können überall stehen, egal ob andere in der Nähe sind, nur sollte gute Tracht herrschen. Gleichzeitig kann er sich dann an die kleinen Zellen wagen, aber an einem entfernten Stand, der möglichst weit weg ist von großzelligen Bienen. 3 Kilometer wäre nicht schlecht. Und hier im Forum werden wir ihn unterstützen.
Und nicht vergessen am Anfang nur mit Ablegern arbeiten – keine großen Stöcke.
Wie geht der Fortgeschrittene vor?
Der Imker der schon allerlei Erfahrung hat mit seinen Bienen, sollte seine Stöcke genauso weiterführen wie gewohnt – zunächst. Nur kann er schrittweise auf 5,1mm Zellmaß umstellen und Behandlungen mit weniger schädlichen Methoden durchführen. Er kennt die guten Trachtplätze und den erfolgreichen Umgang mit seinen Bienen.
Nun sucht er sich einen entfernten Stand und beginnt dort mit den kleinen Zellen. Da er schon geübt ist, ist das arbeiten mit Ablegern ein Kinderspiel. Nun sollte er versuchen mehrere Stände anzulegen, die nicht sehr weit voneinander entfernt sein müssen – 100m ist schon gut. Das arbeiten mit den Ablegern wird so lange fortgesetzt bis wir sehen dass 80% von alleine überleben. Dann können wir uns an große Stöcke wagen.
Wie schon gesagt werden die kleinzelligen Stöcke an trachtarmen Plätzen viel einfacher die 4,9mm Mittelwände ausbauen und hier können wir regelrecht eine Wabenfabrik aufmachen. Die Ableger produzieren ausgebaute Waben, mit denen wir dann die großzelligen Bienen nach und nach umstellen können.
Hier erlernt er den Umgang mit Bienen die sich von alleine gegen die Krankheiten wehren und erkennt die Anzeichen von Problemen.
Die großzelligen Völker liefern unbelasteten Honig der den kleinzelligen gegeben werden kann dass sie an den nicht so guten Ständen gut gedeihen können.
Und was macht der Profi?
Er lebt ja von seinen Bienen und deshalb muss er mehr denn ja so weiter machen wie bis jetzt.
Eigentlich alles dasselbe wie beim Fortgeschrittenen, nur wird das bei ihm viel flotter ablaufen.
Er ist durch sein Können und die Erfahrung viel schneller imstande den Aufbau von einigen separaten
Bienenständen aufzubauen, die möglichst weit weg sind von anderen großzelligen Stöcken. Auch verfügt er über genügend Futter um die Ableger zu versorgen. Auch kann er viel einfacher Zuchtauswahl und Königinnenzucht betreiben, denn das macht er ja eh schon.
Das Wichtigste aber ist: Auf keinen Fall einen Großteil seiner Völker sofort umstellen, das muss Schritt für Schritt gehen, denn vor allem ER muss ja das neue Management erlernen mit Bienen ohne Behandlung umzugehen. Auf keinen Fall sollte er sofort mit großen Stöcken beginnen, sondern auch mit Ablegern arbeiten, bis er bei den Bienen sehen kann dass sie sich erfolgreich verteidigen, ohne Behandlungen.
Auf das wandern sollte man unbedingt verzichten bei den kleinzelligen Stöcken.
Auf jeden Fall sollten wir uns unbedingt bei den kleinzelligen Völkern auf die Erfahrungen der Imker , stützen, die am meisten wissen über Resistenzzucht. Das ist in der Studie von Erik zusammengefasst und dort wird genau erklärt wie man vorgehen soll.
Und hier noch eine Zusammenfassung einiger Tips.
Das sind jetzt mal die Grundgedanken – die Feinheiten müssen wir hier ausdiskutieren, am besten dann in drei verschiedenen Foren – Anfänger – Fortgeschrittene – Profis.


liebe Grüße
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