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Die Wirkung von synthetischen Pyrethroidinsektiziden auf Honigbienen in Indiana: Laborstudien und eine Umfrage unter Imk

#2684

Beitrag von bee »

Fluvalinat ist eine synthetische pyrethroide chemische Verbindung, die als Wirkstoff in den Produkten Apistan, Klartan und Minadox enthalten ist. Dies ist ein Akarizid (insbesondere ein Mitizid), das üblicherweise zur Bekämpfung von Varroamilben in Honigbienenvölkern verwendet wird.
weiter lesen: http://resistantbees.es/?p=4094

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Studie: Subletale Auswirkungen von Oxalsäure auf die Biene apis mellifera: Änderungen im Verhalten und in der Lebenserwa

#2683

Beitrag von bee »

Oxalsäurebehandlung mit Nebenwirkung
Zur Bekämpfung der Varroamilbe können Imker verschiedene Tierarzneimittel einsetzen, darunter auch organische Säuren wie Ameisensäure oder Oxalsäure(OS). Für die Zulassung der OS wurde bislang nur die Wirksamkeit gegen die Milbe sowie die Verträglichkeit für die Bienen bewertet. Als Kriterium für die Bienenverträglichlichkeit ist entscheidend, ob die Säure zum Tod der Biene führt (Mortalität). Für Mitteleuropa gilt daher die Empfehlung, in der brutfreien Zeit im Spätherbst einmalig mit 3,5%iger OS-Dihydratlösung zu behandeln. Höhere Konzentrationen oder Mehrfachbehandlungen führen zu hohen Bienenverlusten. Eine Studie zeigt nun, dass die OS-Behandlung trotz sachgerechter Anwendung schädliche Auswirkung auf die Bienen haben kann. Die Säure beeinflusst sowohl die Leistungsfähigkeit als auch das Verhalten. Behandelte Arbeiterinnen vernachlässigten die Brutpflege und sind inaktiver. Lernfähigkeit und Gedächtnisleistung für Düfte sind vermindert. Selbst die Lebensdauer der Bienen ist verkürzt. Darüber hinaus kann die Säure Verdauungsorgane der Biene schädigen. Ausserdem putzen sich die Bienen häufiger. Ob es das Bestreben der Biene ist, am Körper anhaftende Säurekristalle loszuwerden, oder aber ein Vergiftungssymptom darstellt, ist unklar. Offensichtlich ist dagegen, dass derart geschwächte Bienen nicht zur Gesundheit des Bienenvolkes beitragen können. Die genauen Wirkungen der OS sind den Forschern bisher nicht bekannt. Weitere Untersuchungen werden zeigen, ob die Auswirkungen der Säure durch Nervenschädigung (Neurotoxizität) verursacht werden.
Dr Heike Ruff
oxals.jpg
oxals.jpg (13.56 KiB) 335 mal betrachtet
.
Sublethal effects of oxalic acid on Apis mellifera (Hymenoptera: Apidae): changes in behaviour and longevity
Results:
  • These results suggest that the treatment with OA led to a reduced lifespan.
  • Treated bees showed an increased self-grooming, a superior tendency to inactivity and decreased nursing behaviour….The increased self-grooming of the treated workers could be caused by the detected residues of OA on bee surface.
  • Treatment with a 3.5% solution of oxalic acid dehydrate (OA), corresponding to the dosage of 175 μg/bee, causes sublethal effects on A. mellifera. The decreased activity and nursing as well as the reduced lifespan of treated bees are aspects for a permanent damage due to the treatment with OA.
  • A decreased activity was also noticed in other studies where bees were numb for several hours (24–48 h) post application of 50 mL 4.2% oxalic acid per colony (Bacandritsos et al. 2007). Similar effects are known from bees treated with formic acid. Due to the fact that the animals did not recover from their immobility, permanent neurotoxic damage was assumed (Bolli et al. 1993). Concerning OA treatment comparable damage may have caused the decreased tasks performance in the colony, including nursing.
  • OA treatment affects the general condition of bee colonies: the workers‘ performance is restrained due to the changes in behaviour, the decreased nursing of brood can lead to a lack of healthy and vital workers and the decreased lifespan could modify demographic alterations in colony age structure. Under the suggestion, that the treatment will cause damage of the digestive organs, such bees would be weaker and less vital. This could influence the general state of health of whole colonies.
Sublethal effects of oxalic acid on Apis mellifera (Hymenoptera: Apidae): changes in behaviour and longevity
Saskia SCHNEIDER, Dorothea EISENHARDT, Eva RADEMACHER
Institute of Biology/Neurobiology, Freie Universität Berlin, Königin-Luise-Str. 28-30, 14195 Berlin, Germany
Abstract
– Oxalic acid dehydrate (OA) in the application form of trickling (3.5% solution) has shown a good bee tolerance. However, negative long-term effects of the treatment on honeybees are expected. The sublethal effects of OA on division of labour, activity, olfactory learning and the longevity of Apis mellifera were studied. Newly emerged workers were treated with 3.5% OA solution by topical application (dosage 175 μg/bee) and introduced into a colony. Behavioural observations were carried out and the longevity of every worker was recorded. To investigate the learning behaviour, foragers were trained in a classical olfactory conditioning paradigm, the olfactory conditioning of the proboscis extension response. These experiments revealed sublethal effects of OA on Apis mellifera. The treatment caused a significant decrease in worker activity, nursing behaviour and longevity. Treated bees also showed significantly more self-grooming and a higher response in the olfactory conditioning than bees of the control group.

weiter lesen: http://resistantbees.es/?p=3794


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Problemlösung Zellenbau

#2682

Beitrag von bee »

http://resistantbees.es/?p=3195
Es ist absolut notwendig, dass die Bienen gut die kleinen Zellen bauen können.
Das schwierigste an der Arbeit eine Biene zu erlangen, die sich von selbst gegen die Varroen und die anderen Krankheiten wehrt , ist dass die Biene die kleinen Zellen gut bauen kann.
Wenn ein Stock die kleinen Zellen bauen kann, ist es sehr wahrscheinlich, dass er sich von alleine verteidigen kann, ohne die Anwendung von Chemie.
Es scheint, dass das Maß von 4,9mm eine Grenze darstellt, unterhalb derer sich die Bienen von alleine gegen die Krankheiten wehren können.
Eine Biene die in einer 4,9mm Zelle zur Welt kommt, kann sehr wahrscheinlich wieder dieses Maß bauen.
Dies können wir sehr schnell durch den Gebrauch der voll ausgebauten Plastikwaben erreichen.
Aber in der Praxis werden einge Stöcke Probleme haben dieses Mass gut zu bauen.
Die Probleme beim bauen der kleinen Zellen treten vor allem zu Zeiten starken Nektarflusses auf. Das müssen wir immer berücksichtigen und stellen unsere Arbeit darauf ein, dass die Bienen womöglich nicht viele Waben ausbauen müssen, wenn starker Nektarfluss herrscht. Hier bei uns war das größte Problem während der Mandelblüte. Es schien, dass die Bienen plötzlich alles Erlernte vergessen hatten, aber sobald diese Blüte vorüber war, normalisierte sich alles wieder sofort.
Auch müssen wir mit einkalkulieren, dass die kleinen Zellen am besten IM Brutnest gebaut werden. So müssen wir neue Rahmen mit Mittelwänden immer direkt neben einer Brutwabe einhängen, oder wenn der Stock sehr stark ist, können wir diese auch mitten ins Brutnest geben.
Es gibt verschiedene Ausmaße von Defekten beim Ausbau der kleinen Zellen.
 
Dies ist eine Wabe die leichte Defekte im oberen Teil aufweisst. Das Zentrum ist gut gebaut und wir können diese Wabe verwenden.  
diese Wabe hat auch nur leichte Defekte und kann verwendet werden.  
diese Wabe weisst verschiedene  Defete an mehreren Stellen auf
Diese schlecht gebauten Zellen sind viel größer als 4,9mm  und das Problem wird sein, dass sich die Varroen dort einnisten, weil sie denken, dass es sich um Drohnenzellen handelt, anstatt  dass sie nur in die Drohnenbrut gehen, wo sie der Bienenbrut keinen Schaden zufügen können.
Es ist ratsam diese Waben herauszunehmen und gegen neue Mittelwände auszutauschen um zu sehen ob sie dann evtl besser gebaut werden.
 
hier sehen wir etwas ähnliches wie auf dem vorigen Foto  
auf diesem Foto sehen wir eine sehr schlecht gebaute Wabe.  Die einzigen einigermassen gut gebauten kleinen Zellen sind grün markiert. In diese Wabe mit sehr großen Zellen werden sich sehr viele Varroen einnisten und enorm vermehren.Man muß diese Wabe herausnehmen und durch eine  gut ausgebaute kleinzellige Wabe  von einem anderen Stock  ersetzen. Sehr wahrscheinlich muß auch die Königin gewechselt werden.  
Auf dieser Wabe sehen wir verschiedene Fehler.. Obwohl  die Zellen einigermassen gebaut sind , aber doch einige Fehler aufweisen (rot markiert), haben wir hier zu viel Drohnenbrut..Hier kann man über dieses Problem nachlesen.Sehr wichtig: Man muß sich daran gewöhnen, bei jeder Inspektion eines Volkes, Waben, die mehr als 10% Drohenenbrut aufweisen, herauszunehmen und an die Seiten zu hängen und wenn sie dann mit Honig gefüllt sind, werden sie eliminiert.  
Hier sehen wir eine perfekt gebaute 4,9mm Wabe


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neues Konzept zum umstellen der Bienen auf kleine Zellen

#2681

Beitrag von bee »

neues Konzept zum umstellen auf kleine Zellen für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis
Es wurde nun ein neuer Plan geboren, wie wir vorgehen können, um dem Anfänger und auch dem Profi es zu ermöglichen erfolgreich mit kleinzelligen Bienen arbeiten zu können, ohne die Notwendigkeit von Behandlungen gegen Varroa etc.
Erik Österlund versicherte uns seine Mitarbeit in Bezug auf orientierender Hilfestellungen. Ich werde ihm alle unsere Projekte zukommen lassen, im Verlauf des Entstehens, damit er seine Erfahrungen mit einbringen kann.
Die größte Problematik scheint die Existenz einer sehr großen Dichte von großzelligen Stöcken im deutsch/österreichisch/schweizerischem Raum zu sein.
Christian berichtete dass die Migration von Varroamilben bei kleinzelligen Stöcken sehr gering ist, jedoch bei der Anwesenheit von großzelligen ist sie augenscheinlich sehr hoch.
Dies kann all unsere Anstrengungen ohne Behandlungen auszukommen äußerst erschweren, erstens durch die Anwesenheit von vielen großzelligen Bienen in unseren kleinzelligen Stöcken und natürlch vor allem durch die Migration von Milben.
Wie kommen wir zu dieser Migration, das heisst wie kommen die Milben der Nachbarn, die großzellige Bienen haben, in unsere Stöcke?
Da sich ja unsere kleinzelligen Bienen gegen die Milben aktiv zur Wehr setzen durch das hygienische Verhalten und sich die Varroen vor allem auf die Drohnenbrut bei den kleinzelligen Bienen konzentrieren, haben wir von Haus aus weniger Infektion in unseren Stöcken als in den großzelligen.
Das verbessert sich laufend wenn wir uns an die Richtlinien halten.
Dadurch dass sich die Bienen aber innerhalb nahliegender Stöcke austauschen, sogar bei größeren Entfernungen, werden wir laufend mit einer Wiederinfizierung von fremden großzelligen Stöcken zu rechnen haben, denn dort geht die Vermehrung der Milben viel flotter voran.
Dazu kommt das Problem der Varroaschwärmchen, die aus zusammenbrechenden Völkern ausziehen und mit relativ wenigen Bienen viele Varroen mit sich tragen und sich in andere Völker einbetteln können.
Und vor allem natürlich die Problematik der Räuberei. Nicht nur die massive Räuberei, sondern auch die stetige Räuberei.
Die Bienen räubern konstant wenn sie können. Eine richtige massive Räuberei sieht jeder, aber eine stetige sieht man nicht so einfach. Wenn da großzellige Stöcke im Umkreis von 3km stehen, dann ist es sehr wahrscheinlich daß auch unsere kleinzelligen Bienen, auch wenn sie genügend Futter haben, in die anderen Stöcke rein gehen. Das kommt vor allem bei bei Trachtlosigkeit. Warum sie das machen ist ein anderes Thema, wozu ich meine besonderen Erklärungen habe, aber daß sie es machen steht außer Frage.
Den Beweis haben wir hier.
Das führt dazu dass unsere kleinzelligen Stöcke mehr gefordert sind und mehr Milben ausputzen müssen. Doch beim ausputzen müssen sie meist ihre eigen Brut ausfressen um an die in den verdeckelten Brutzellen versteckten Varroen zu gelangen. Damit schwächen sie sich und es ist klar –
Je stärker die Reinvasion desto geringer die Überlebenschancen.
Aus diesem Grund schlagen wir natürlich vor Stände zu suchen, die möglichst weit weg sind von anderen Bienen. Doch das ist oft sehr schwierig zu finden.
Nun kommt noch eine Problematik hinzu, die sowohl auf den Profi als auch auf den Anfänger zutrifft.
Und das ist die Tatsache dass niemand es bisher gelernt hat mit Bienen umzugehen, die sich aus eigener Kraft, ohne die Hilfe von Behandlungen, gegen die Milben zu wehren.
Das heisst wir müssen das Verhalten dieser Bienen studieren, um frühmöglichst Anzeichen von Krisen erkennen zu können, um dann rettend eingreifen zu können. Das hygienische Verhalten tritt immer auf, doch meist zu spät und die Bienen müssen erst lernen sich frühzeitig gegen die Varroen zur Wehr zu setzen. Erik geht von 5 Jahren aus und ich denke dass wir dies durch die Arbeit mit Ablegern ziemlich verkürzen können.
Nun ist es ziemlich aussichtslos an Plätzen mit hoher Bienendichte mit kleinen Zellen anzufangen.
Somit müssen wir in Zonen mit geringer Dichte ausweichen.
Und wo gibt es weniger konventionelle Bienen?
An Stellen wo es wenig Tracht gibt.
Wir mussten das auch machen zu Beginn um größere Aussicht auf Erfolg zu haben.
Doch können die Bienen sich an solchen nicht trachtlosen, doch trachtbeschränkten Plätzen, entwickeln?
Schwierig, doch die Problematik der Wiederinfizierung hält sich in Grenzen.
Und wie können wir dieses Manko ausgleichen?
Indem wir einfach gleichzeitig mit konventionellen Bienenstöcken arbeiten und die haben wir an Ständen mit guter Tracht. Somit können wir auf diese Stöcke zurückgreifen wenn wir Honig für unsere kleinzelligen Stöcke brauchen und auch wenn wir Bienenmaterial benötigen.
Die kleinzelligen können uns gut gebaute Waben im 4,9mm Maß liefern, die an den Plätzen wo wenig Tracht ist viel besser diese Waben ausbauen werden. Mit diesen Waben und den großzelligen Bienen machen wir Ableger und können somit den Bestand an kleinzelligen erweitern.
Aber wie führen wir die großzelligen Bienenstöcke?
Da ja fast alle die 5,1mm Mittelwände ausbauen können, denn der wahre Knickpunkt ist der Schritt von 5,1 zu 4,9, werden wir unsere großzelligen auf 5,1mm führen, was schon mal ein guter Schritt ist.
Dann behandeln wir alle 2 bis 3 Wochen mit Puderzucker und können somit die Varroen auf gleichem level halten. Durch den Fall der Milben bei den Puderzuckerbehandlungen sind wir immer auf dem laufenden ob wir eine größere Wiederinfizierung von aussen haben.
Tatsache ist einfach dass wir dadurch viel mehr Luft haben und uns darauf konzentrieren können von den kleinzelligen Bienen zu lernen wie sie sich verhalten. Dabei ist es unverzichtlich das System der Ableger bei den kleinzelligen zu beherzigen.
Die großzelligen führen wir weiter, so wie wir es immer schon gemacht haben, im Notfall auch mit Thymolbehandlung. Auf Oxalsäure und Chemie würde ich aus jeden Fall verzichten, denn das sind Zeitbomben.
Aber wo sind diese Stände mit wenig Tracht, denn wo wenig Tracht – wenig Imker.
Wir diskutierten und fanden die Möglichkeiten von Waldgegenden mit Lichtungen wo es zB Brombeeren etc gibt. Da seid ihr gefordert Lösungen zu finden. Es gibt sie, eventuell etwas weiter weg, aber dort werdet ihr erfolgreich eure kleinzelligen Erfahrungen machen können.
Wie geht’s aber später weiter?
Die Idee ist dass wir mehr Imker im Umkreis finden die mit einsteigen und im Laufe der Zeit werden wir Zonen finden, wo kaum mehr großzellige Bienen sein werden. Die Krise schreitet schnell voran und mir wurde schon von fast bienenfreien Zonen berichtet, weil die Stöcke einfach schon alle zusammenbrachen.
Wir müssen uns auch darauf konzentrieren effektiv zusammen zu arbeiten und Aufgaben zu verteilen.
So kann ein Imker der geeignete Standorte hat dort ausgewählt Königinnen begatten und sie den Kollegen liefern, die an genetisch aussichtslos verseuchten Gebieten imkern. Im Gegenzug können diese ausgebaute kleinzellige Waben erhalten etc etc. So machen wir das hier auch.
Wie geht also der Anfänger vor?
Da der Neuling erst mal den Umgang mit den Bienen zu erlernen hat, sollte er mit ganz normalen Bienenstöcken anfangen. Dabei kann er auf die Hilfe von konventionellen Imkern zurückgreifen, denn wenn man unser System erwähnt stößt man meistens auf Ablehnung. Mittelwände werden mit 5,1mm Zellgröße verwendet aus rückstandsfreiem Wachs. Seine Stöcke behandelt er mit Puderzucker alle 2 bis 3 Wochen und hält somit die Varroen auf dem selben Stand. Diese Stöcke können überall stehen, egal ob andere in der Nähe sind, nur sollte gute Tracht herrschen. Gleichzeitig kann er sich dann an die kleinen Zellen wagen, aber an einem entfernten Stand, der möglichst weit weg ist von großzelligen Bienen. 3 Kilometer wäre nicht schlecht. Und hier im Forum werden wir ihn unterstützen.
Und nicht vergessen am Anfang nur mit Ablegern arbeiten – keine großen Stöcke.
Wie geht der Fortgeschrittene vor?
Der Imker der schon allerlei Erfahrung hat mit seinen Bienen, sollte seine Stöcke genauso weiterführen wie gewohnt – zunächst. Nur kann er schrittweise auf 5,1mm Zellmaß umstellen und Behandlungen mit weniger schädlichen Methoden durchführen. Er kennt die guten Trachtplätze und den erfolgreichen Umgang mit seinen Bienen.
Nun sucht er sich einen entfernten Stand und beginnt dort mit den kleinen Zellen. Da er schon geübt ist, ist das arbeiten mit Ablegern ein Kinderspiel. Nun sollte er versuchen mehrere Stände anzulegen, die nicht sehr weit voneinander entfernt sein müssen – 100m ist schon gut. Das arbeiten mit den Ablegern wird so lange fortgesetzt bis wir sehen dass 80% von alleine überleben. Dann können wir uns an große Stöcke wagen.
Wie schon gesagt werden die kleinzelligen Stöcke an trachtarmen Plätzen viel einfacher die 4,9mm Mittelwände ausbauen und hier können wir regelrecht eine Wabenfabrik aufmachen. Die Ableger produzieren ausgebaute Waben, mit denen wir dann die großzelligen Bienen nach und nach umstellen können.
Hier erlernt er den Umgang mit Bienen die sich von alleine gegen die Krankheiten wehren und erkennt die Anzeichen von Problemen.
Die großzelligen Völker liefern unbelasteten Honig der den kleinzelligen gegeben werden kann dass sie an den nicht so guten Ständen gut gedeihen können.
Und was macht der Profi?
Er lebt ja von seinen Bienen und deshalb muss er mehr denn ja so weiter machen wie bis jetzt.
Eigentlich alles dasselbe wie beim Fortgeschrittenen, nur wird das bei ihm viel flotter ablaufen.
Er ist durch sein Können und die Erfahrung viel schneller imstande den Aufbau von einigen separaten
Bienenständen aufzubauen, die möglichst weit weg sind von anderen großzelligen Stöcken. Auch verfügt er über genügend Futter um die Ableger zu versorgen. Auch kann er viel einfacher Zuchtauswahl und Königinnenzucht betreiben, denn das macht er ja eh schon.
Das Wichtigste aber ist: Auf keinen Fall einen Großteil seiner Völker sofort umstellen, das muss Schritt für Schritt gehen, denn vor allem ER muss ja das neue Management erlernen mit Bienen ohne Behandlung umzugehen. Auf keinen Fall sollte er sofort mit großen Stöcken beginnen, sondern auch mit Ablegern arbeiten, bis er bei den Bienen sehen kann dass sie sich erfolgreich verteidigen, ohne Behandlungen.
Auf das wandern sollte man unbedingt verzichten bei den kleinzelligen Stöcken.
Auf jeden Fall sollten wir uns unbedingt bei den kleinzelligen Völkern auf die Erfahrungen der Imker , stützen, die am meisten wissen über Resistenzzucht. Das ist in der Studie von Erik zusammengefasst und dort wird genau erklärt wie man vorgehen soll.
Und hier noch eine Zusammenfassung einiger Tips.
Das sind jetzt mal die Grundgedanken – die Feinheiten müssen wir hier ausdiskutieren, am besten dann in drei verschiedenen Foren – Anfänger – Fortgeschrittene – Profis.


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#2680

Beitrag von bee »

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Die Zellengröße der Bienen

#2679

Beitrag von bee »

Wer sagt uns, dass die Größe der auf den Mittelwänden imprägnierten Zellen das ist, was die Bienen brauchen?
Dee Lusby ist nach intensivstem Studium alter Imkerliteratur (vor 100 Jahren und mehr) darauf gekommen, dass das von uns benutzte Zellenmaß nicht mit dem übereinstimmt was die Biene braucht
Das Zellenmass ist ein äußerst entscheidender Faktor. Ich will sogar sagen, ohne das richtige Maß kann die Biene nicht harmonisch mit der Natur leben. Ein belgischer Professor Baudoux sagte vor 100 Jahren „grosse Zellen, grosse Bienen, viel Honig“ Er experimentierte mit Extremgrößen, klein und unglaublich gross und niemand weiß warum die Zellengrösse bei ca 5,4mm bis heute bei allen Mittelwänden bestehen blieb.

Es scheint dass von 4,9mm nach unten die Bienen in ihr natürliches Gleichgewicht kommen. Bei 4,9mm und auf 32mm reduziertem Abstand zwischen den Waben, steigt die Temperatur im Nest, sodass wir einen Tag weniger Brutdauer bekommen. 20 statt 21 Tage,die Bienen laufen der Varroa davon. Das weiß natürlich die Milbe und geht im Sommer ausschließlich in die Drohnenbrut, weil sie sich in der Bienenbrut nicht vermehren kann. Die asiatische Biene cerana und die afrikanische, die keine Varroaprobleme haben, bauen kleine Zellen.
Hier eine Karte wie groß die Zellen vor 100 Jahren waren, mit klick auf die Karte öffnet sich eine Vergrößerung.
Beobachtungen von Michael Bush
Zeit bis zum Verdeckeln und verdeckelte Brutzeit und die Varroa
–  8 Stunden kürzere Zeit bis zum verdeckeln halbiert die Anzahl der Varroen die eine Brutzelle infizieren.
– 8 Stunden kürzere verdeckelte Zeit der Zellen halbiert die Anzahl der Varroanachkommen
Bushs Beobachtungen zum Verdeckeln und Schlupf bei 4,95mm Waben.
Ich habe bei kommerziell erhältlichen Carnicabienen und auch italienischen Bienen eine um 24h kürzere Zeit bis zum verdeckeln und eine um 24h kürzere verdeckelte Zeit der Brutzellen, beobachten können. Das war mit 4,95mm Zellengröße in einem Beobachtungsstock. 
Bushs Beobachtung auf 4,95mm Zellengröße
– verdeckelt 8 Tage nach Eiablage – geschlüpft 19 Tage nach Eiablage
 sehr wichtig: Verkleinerung des Wabenabstands auf 32mm
Ein weiterer Punkt ist, dass kleinzellige Bienen eine viel längere Lebensdauer haben, 8 bis 12 Wochen. Die konventionalen, grosszelligen Bienen haben nur eine Lebenserwartung von 6 Wochen, die durch die Anwendung von Chemie im Bienenstock wie Varroabekämpfungsmittel etc, noch um einiges verkürzt wird. Die verlängerte Lebensdauer der Bienen resultiert in enorm starken Völkern und die zu verrichtende Arbeit im Stock kann von viel mehr Bienen erledigt werden, was eine Voraussetzung für ein gesundes Immunsystem ist. Immerwährender Stress, durch die gleiche Menge zu verrichtender Arbeit, mit zu wenigen Bienen, kratzt am Abwehrsystem der Bienen.
Dee Lusby hat herausgefunden dass die Zellengröße von 4,9mm die eigentliche Grundvoraussetzung dafür ist, dass das hygienische Verhalten VSH in Erscheinung tritt, dh die aktive Entferung der Varroen aus den infizierten Zellensiehe Putztrieb VSH
Das Thema ist damit nur angesprochen und es fehlt viel zu erklären. Die Zellengröße ist nur ein Aspekt von vielen, die wir ändern müssen, um resistente Bienen zu erhalten.
Die Geschichte der Zellengrößen (Dee Lusby)
– Die erste künstliche Mittelwand wurde in Deutschland im Jahre 1842 von Gottlieb Kretschmer hergestellt.
– 1891 wurde in Belgien die künstliche Mittelwand eingeführt mit 920 Zellen pro dm² was etwa einer Größe zwischen 4,6 cm und 4,7 cm für 10 Bienenzellen entspricht.

– Professor U. Baudoux aus Belgien hat in Progress Apicole, im Juni 1893, in einen Artikel veröffentlicht, in dem er den Einsatz von größeren Zellen befürwortete. Er berief sich dabei auf von ihm ausgeführte Experimente. Offensichtlich wollte der Professor Baudoux Bienen mit außerordentlicher Kraft, die in der Lage wären, über eine längere Distanz zu fliegen und die fähig wären, eine Vielfalt von Blüten zu besuchen die bis dahin (und wahrscheinlich noch immer) unerreichbar waren für ihre Zungen.
– Er experimentierte mit Zellen bis an die Grenze von 750 Zellen pro dm² indem er Mittelwände dehnte. Derart animiert von seinen Experimenten, wollte er es noch besser machen „BIS ZUR GRENZE DES MÖGLICHEN“. (Genau hier begannen unsere heutigen Probleme mit parasitierenden Milben und deren Folgekrankheiten).
Professor Baudoux war derart erfolgreich mit seinen Schriften und Experimenten und so überzeugend, dass die Imkereizubehörindustrie damit begann, Mittelwände mit vergrößertem Zellmaß zu verkaufen, indem sie mit hervorragenden Resultaten warben. Die meisten dieser Arbeiten wurden in den zwanzigern bis 1930 und 1940 ausgeführt.
Das Ergebnis war, dass dieser Prozess, größer ist besser, mit den daraus resultierenden Verkauf, nie aufgehört hat und bis heute andauert. Mit dem Nachteil, dass Mittelwände heutzutage nur noch mit vergrößerten Zellmaßen verkauft werden (über die Grenzen dessen hinaus, was Professor Baudoux sich vorzustellen vermochte), jetzt der allgemeine Standard sind und bis zu einer Größe von 5,7cm für 10 Arbeiterinnenzellen benützt werden.
Zellengrößen der verschiedenen Bienenrassen (in Europa und USA zu groß durch Einsatz von Mittelwänden mit zu großen Zellprägungen)
Wie mißt man die Zellengröße?
Der Standart ist, 10 Zellen von Wandmitte bis Wandmitte zu messen und dann durch 10 zu teilen.
Dee Lusby: Ich würde sagen, dass die Ära der Probleme um das Jahr 1891 herum begann, mit der Einführung von künstlichen Mittelwänden, mit 920 Zellen pro Quadratdezimeter, was einer Größe zwischen 4,6cm und 4,7cm für 10 Arbeiteinnenzellen entspricht. Dort haben damals die Imker alle diese Zellengröße angenommen. Die damaligen Experten glaubten dass es am Besten wäre, möglichst viele Bienen auf kleinster Wabenfläche zu erhalten. Daraufhin wurde berichtet, dass in ganz Belgien die Zellen immer kleiner wurden und nach ein paar Jahren waren die Bienen in einem miserablen Zustand. (Man kann sagen, dass das damals genau das Gegenteil von dem war, was das heutige Problem ist, nämlich „größer ist besser“).
Um gegen diese äußerst gefährliche Tendenz anzugehen, wurde damals eine Idee geboren mit der Aussicht auf ein glorreiches Ende ( und wir sind heute immer noch davon betroffen). Ein gewisser Professor U. Baudoux, aus Belgien, wollte Bienen mit einer außergewöhnlicher Stärke züchten, die in der Lage waren, ihren Flugradius beim Trachtflug zu vergrößern und den Nektar verschiedenster Blüten zu erreichen, der bis dahin für ihre Zungen unerreichbar war (und wahrscheinlich immer noch ist).
 Er experimentierte mit Zellengrößen bis hinauf zu 750 Zellen pro Quadratdezimeter, die er durch straffen der Mittelwände erreichte. Er war von den Erfolgen seiner Arbeit derart inspiriert dass er es immer noch besser machen wollte – ZU DEN GRENZEN DES MÖGLICHEN GEHEN (Hier haben unsere heutigen Probleme mit parasitierenden Milben und ihrer Folgekrankheiten begonnen)
 Baudoux experimentierte mit verschiedensten Zellgrößen, vor allem mit 750, 740, 730, 710 und herunter bis 675 Zellen pro Quadratdezimeter. Er hat auch mit verschieden Arten der Zellmessung experimentiert und hat sein eigenes Messsystem dazu entwickelt.
(Unglücklicherweise wurde keine Umrechnungstabelle erstellt auf das Messsystem, das seit über 2000 Jahren angewendet wurde, sodass die Imker die Maße der beiden Systeme hätten anwenden können)

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Wie bekomme ich meine Bienen dazu dass sie kleine Zellen bauen?

#2678

Beitrag von bee »

Für Dee war das nicht so einfach, wie ich schon beschrieben habe und für uns auch nicht. Heute ist das viel einfacher zu lösen.
Wenn man großzelligen Bienen einfach 4,9mm Mittelwände gibt, werden die das nicht bauen können.
Dann kommt sowas raus:

 
Im Prinzip ist es so, daß eine Biene, die in einer kleinen Zelle schlüpft, sehr wahrscheinlich dieselbe Größe auch bauen kann.
Wir gingen also Schritt für Schritt vor. Zuerst von 5,4 nach 5,1, was fast gar kein Problem und dann von 5,1 auf 4,9. Das war ein komplettes Chaos zu Beginn. Nur einer von hundert machte das auf Anhieb.
Man muß auch folgendes beobachten:
Die Bienen bauen normalerweise im Naturbau verschiedene Maße. Groß für Honig und sehr klein im Brutnest. Das ist ein weiterer berechtigter Kritikpunkt unserer Arbeit, da wir die Bienen auch dazu zwingen, nur ein Maß anzunehmen. Aber das ist zu Beginn notwendig, um den Krankheiten Herr zu werden. Unter 4,9mm haben wir da keine Probleme mehr. 100 Jahre auf großen Zellen ist zu viel Zeit und die Bienen müssen erst mal wieder lernen klein zu bauen und sich von selbst gegen die Krankheiten zu wehren. Dazu brauchen wir zu Beginn notwendigerweise das Maß von 4,9 – später kann man sie dann frei bauen lassen.Das hab ich schon weiter vorn erwähnt.
Ein weiteres Problem ist, daß die Bienen bei starker Tracht, sehr schwierig kleine Zellen ausbauen.
Hatte zu Beginn 100 Ableger die sehr gut die 4,9 bauten. Dann ging der Frühling los und plötzlich konnte keiner mehr dieses Maß bauen. Ich war natürlich in heller Aufregung, hatte noch kaum Erfahrung, und kontaktiert sofort Dee in Arizona. Die fragte nur: Was hast du für eine Blüte gerade? Mandelblüte entgegnete ich. Sie meinte, warte eine Woche und schau wieder nach. Und sie hatte Recht, nach der Mandelblüte war wieder alles beim alten. Pufffffffff.
Also darauf achten, daß die Phase des Wabenbaus möglichst nicht mit zu starker Tracht zusammen fällt.
Des weiteren bauen die Bienen die kleinen Zellen besser an den Mittelwänden, die nahe der Brut sind.
Also geben wir oft, wenn die Stöcke sehr gut am wachsen sind, Mittelwände direkt an die Brut, wo sie innerhalb eines Tages ausgebaut und bestiftet werden.
Es ist also so. Wenn ich einem von euch, der beginnen will mit seinen großzelligen Bienen, 5 ausgebaute 4,9mm Waben gebe und er seine Bienen mit Königin darauf abfegt, hat er schon alles erreicht.. Die Königin hat ein  flexibles  Abdomen und kann in die kleinen Zellen ihre Eier legen. Nach 6 Wochen haben wir nur noch Bienen, die in kleinen Zellen geboren wurden. Und meist machen sie sogleich eine Umweiselzelle und die Königin ist dann auch schon kleiner. So einfach.
Aber wir haben keine ausgebauten Waben.
So kam nun wieder ein Kollege aus USA drauf, Waben aus Plastik zu bauen. Igitigit Plastik!!
Plastik im Bienenstock ist doch was wir gar nicht wollen. ABER wir können uns wirklich jahrelanges Kämpfen ersparen und schaffen es in ein paar Monaten. Die Plastikwaben werden dann bald wieder heraus genommen und können für den nächsten Umbau verwendet werden. Wenn ich diese Waben vor 10 Jahren schon gehabt hätte, hätte ich mir bestimmt 2 Jahre harter Arbeit erspart, keine Völker und kein Geld verloren durch den Ausfall von sehr vielen Stöcken.
Wir sagten ja dass es im Prinzip ist es so, daß eine Biene, die in einer kleinen Zelle schlüpft, sehr wahrscheinlich dieselbe Größe auch bauen kann. Die Plastikwaben haben nun genau das Zellenmaß 4,9mm. Jedoch sind die Wandstärken viel größer als bei Wachswaben. Somit erreichen wir nicht die Dichte die wir mit 4,9mm Wachswaben haben und auch der Abstand der Waben ist weit größer als 33mm. Das ist aber uninteressant weil wir diese Plastikwaben nur dafür verwenden die Bienen in einer relativ kurzen Zeit an die kleinen Zellen zu gewöhnen. So schnell wie möglich werden die Plastikwaben durch 4,9mm Mittelwände ersetzt, wie ihr unten sehen könnt.
Wir haben dann diese Plastikwaben, die HSC heißen, und die der Besitzer in China fertigen ließ, hier für Kollegen eingeführt. Ein weiteres Abenteuer kann ich euch sagen. Ich hab dann eine Probe gemacht mit 3 Stöcken und hab es aufgezeichnet wie man vorgeht.


liebe Grüße
bee

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Wachsreiniger

#2677

Beitrag von bee »

unser Freund Benjamin aus Asturien, im Norden Sapniens,  überrascht uns immer wieder mit neuen Erfindungen zum Thema Bienen.
Hier stellt er seinen Bienenwachsreiniger vor.

Übrigens hat er seine Völker seit vielen Jahren auf kleinen Zellen und führt sie seit Jahren behandlungsfrei.


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Rezept zum Erfolg und Praxistips für kleinzellige, behandlungsfreie Bienenhaltung

#2676

Beitrag von bee »

Um Erfolg zu haben, benötigen wir ein gutes Konzept. Unser Glück ist, dass wir uns auf die Erfahrung von vielen Imkern stützen können, die uns damit den Weg schon erheblich geebnet haben.
Erfreulicherweise ist es uns gelungen, durch die Mitwirkung von erfahrenen Kleinzellimkern,
ein neues Konzept
 zu erstellen, wie man mit dem System von Dee Lusby, auch an Ständen mit naheliegenden fremden Stöcken, mit kleinzelligen Bienen erfolgreich beginnen kann. Die Problematik liegt in der Migration und Wiederinfizierung durch Varroamilben.
—> neues Konzept
 
Erik kam in den 90er Jahren auf eine geniale Idee. Damals gab es weltweit schon einige Imker, die es geschafft hatten, resistente Bienen zu züchten. Er schrieb nun diesen Kollegen seine Erfahrung, mit der Bitte ihm auch ihre Erfahrungen zu schildern. Die zugrunde liegende Idee war folgende: Wenn die alle es geschafft hatten, oder teilweise geschafft hatten, Bienen zu züchten, die sich von selbst gegen die Krankheiten wehrten, so muß in allen diesen Formen der Haltung etwas Wahres sein. Und damals war des Internet noch nicht so verbreitet wie heute und diese Imker hatten kaum Kontakt zueinander – folglich hatte das ein Jeder auf seine Art erreicht. Erik sagte sich also – wenn wir aus all den verschiedenen Erfahrungen eine Zusammenfassung machen, müßten wir sehr nützliche Richtlinien zusammenstellen können, wie ein Jeder kranheitsresistente Bienen erhalten kann. Und diese Zusammenfassung gibt es seit dem Jahr 2004.
So können wir zum einen auf die 25 jährige Erfahrung von Dee Lusby mit krankheitsresistenten, kleinzelligen Bienen ohne irgendwelche Behandlung zurückgreifen und zusätzlich auf Eriks Studie. Damit ist der Erfolg sehr wahrscheinlich.
Ich versuche nun mal aus diesen Quellen ein Konzept zu erstellen, das die wichtigsten Punkte beinhaltet, mit denen wir uns eine ganz gute Ausgangssituation erarbeiten können.
 
– Als erstes sollten wir unsere Bienen an die kleinen Zellen gewöhnen – Wabenabstand bzw Rähmchendicke auf 32 mm verringern

– Dann sollten wir die natürlich Anordnung der Waben unbedingt berücksichtigen.
– Zu Beginn sollten wir ausschließlich mit Ablegern arbeiten, bis 80% aus eigener Kraft überleben können. Das bedeutet, dass wir warten bis ein Volk eine Zarge gut füllt und dann anstatt eine 2. Zarge aufzusetzen, einen Ableger mit der Königin machen. Wir nehmen dazu 3 oder 4 Waben verdeckelte Brut, die Königin, Honig und Pollen, geben das alles in eine andere Zarge oder Ablegerkasten und stellen sie am selben Stand auf, nur mit dem Flugloch in eine andere Richtung orientiert. Dh dass sich bei dem Muttervolk eine Brutpause einstellt, weil sie sich eine neue Königin ziehen müssen und beim Ableger ebenso, da ja alle Flugbienen zum Muttervolk zurückkehren. Damit haben wir bei beiden einen Vorteil in Bezug auf die Varroavermehrung geschaffen. Wenn das alles sehr stark, mit viel Bienen, viel verdeckelter Brut und viel Futter gemacht wird, können wir denselben Vorgang in Kürze wiederholen. So sind wir in der Lage, schnell einen schönen Bestand an kleinzelligen Völkern aufzubauen.
– alle Völker im Stand mit der gleichen Methode (keine großen und kleinen mischen)
– die Völker am Stand soweit wie möglich entfernt von einander aufstellen um den Verflug zu vermeiden
– am Anfang nur 6-12 Stöcke pro Stand wegen des Dominoeffekts, stirbt einer sterben alle, so weit wie möglich weg von anderen Stöcken –
– Planen für mehr als einen Stand, so weit weg wie möglich von fremden Völker. Der Abstand von einem Stand zum anderen kann gering sein – 50m sind schon gut.
– Einen Zentralstand einrichten mit den besten Völkern und die schlechteren weiter weg. Im Zentrum die Königinnen begatten
– beachten daß fremde Stöcke, die große Menge an Varroa übertragen könnten, weit weg sind
– keine Chemie verwenden in den Stöcken, weil schlechte Völker muß man sterben lassen können
– Brutentnahme bei Problemvölkern um Wiederinfizierung der anderen zu vermeiden
– gesunde Mikrofauna im Bienenstock – wenn nicht vorhanden von anderem Imker bekommen, der schon lange unbehandelte Stöcke hat
– alle mögliche Anstrengung anwenden rückstandsloses Wachs zu verwenden
– so viel wie MÖGLICH Honig im Stock belassen für den Winter
– bei Problemen im ersten Herbst können wir auf die Hilfe des Puderzuckers zurückgreifen. Auch bei starker Wiederinfizierung durch Varroen die von fremden Stöcken kommen, können wir diese Behandlungsart anwenden.
– den Bienen wieder beibringen nur maximal 10% Drohnenbrut pro Wabe zu bauen. Dazu an jeder Mittelwand eine kleine Ecke herausschneiden und alle Waben die mehr als 10% Drohnenbau aufweisen, schrittweise entfernen.
– exakte Aufzeichnung eines jeden Stockes bei jeder Inspektion
– Wandern vermeiden 
Wenn wir zu Beginn nur mit Ablegern arbeiten, wird das Problem der Varroamilben in Grenzen gehalten.
Dazu muss ich hinzufügen was sich in dem Ableger dann abspielt.
Da wir ja den Ablegern mit 3 bis 4 verdeckelten Brutwaben machen, haben wir in Kürze sehr viele junge geschlüpfte Bienen.
Eine Langstrothwabe 4,9mm hat 8600 Zellen (eine 5,44mm hat nur 7000 Zellen) und wenn wir davon ausgehen dass eine Brutwabe 2/3 Brutzellen aufweist, kommen wir bei 3 Brutwaben auf 17.000 Bienen (bei 4 Brutwaben 23.000).
Da der Ableger am selben Stand aufgestellt wird und ja alle Flugbienen zum Muttervolk zurückkehrten, wird die Eiablage der Königin drastisch reduziert.
Und solch eine Anzahl von Jungbienen, die auch nicht viel Brutpflege zu absolvieren haben, hat zur Folge dass sie die Varroen sehr erfolgreich aus den neu befallenen Zellen ausräumen. Die Zusammenhänge zwischen Bienenzahl, Lebensdauer der Bienen, hygienischem Verhalten und Zellengröße stellen wir in unserem Vortrag vor.
Wir dürfen nicht vergessen diesen Ablegern genügend Futter mitzugeben, Pollen und Honig, denn das wesentlichste ist die Stärke des Volkes. Oder besser gesagt die Anzahl der Bienen für die notwendige Arbeit.
Und die ist ganz einfach bei kleinzelligen Bienen viel größer aus zwei Gründen.
Zum einen ist das Brutnest viel kompakter durch die kleinere Zellengröße und auch der Wabenabstand ist geringer. Somit sind weniger Bienen zur Brutpflege notwendig. Zum anderen ist die Lebensdauer der kleinzelligen Bienen um einiges größer als die der großzelligen, was ersichtlicherweise entscheidend dazu beiträgt dass ein Überschuss an  Bienen für die zu verrichtende Arbeit im Stock vorhanden ist.
Durch diese große Anzahl von Bienen wird das hygienische Verhalten stimuliert.
Nun sehen wir den entscheidenden Vorteil des Arbeitens mit Ablegern zu Beginn unseres Umstellens auf kleine Zellen.
Denn wie wir ja wissen MUSS jeder Stock durch eine (oder mehrere) Krisen bis er sich aus eigener Kraft gegen die Krankheiten verteidigen kann.
Und mit dieser Vorgehensweise erleichtern wir es unseren Bienen enorm.
Die Krise wird glimpflicher verlaufen.
Dadurch haben wir Zeit, uns durch häufiges Durchsehen der Völker mit den Gewohnheiten der Bienen, die lernen sich selbst gegen die Krankheiten zu wehren, vertraut zu machen.
Manche sagen, dass häufiges öffnen der Völker zu vermeiden ist. Natürlich ist das so, wenn wir bei Besuch Stress im Volk verursachen. Seit wir jedoch die Waben richtig anordnen, haben wir eine unglaubliche Ruhe in den Völkern feststellen können. Beim öffnen gehen die Bienen nach unten, verhalten sich absolut passiv und arbeiten normal weiter. Somit kann man so oft wie man will seine Stöcke begutachten und es kommt ja vor allem darauf an, dass WIR, die Imker, lernen, Krisenanzeichen im aller ersten Stadium im Bienenstock zu erkennen und müssen ebenfalls lernen, darauf richtig zu reagieren.
Da werden wir dann sehen wie sich die Bienen gegen die Varroen wehren und die infizierten Zellen säubern.
Dann werden wir beobachten müssen wie sie die kleinen Zellen bauen und konstant helfend eingreifen. Die kleinzelligen Mittelwände werden am besten am oder im Brutnest gebaut. Sarke Tracht ist auch problematisch und möglichst so zu timen, dass sie dann nicht viele Waben ausbauen müssen.
 
Wenn ich da etwas nicht einhalten kann, nützt es dann überhaupt etwas, dass ich mit den kleinen Zellen anfange?
Zum einen ist natürlich viel besser, wenn wir das alles einhalten können, aber ich sehe keinen Grund die übergroßen Zellen weiterzuführen. Das gibt nur noch mehr Probleme, wie man ja sehen kann an der heutigen katastrophalen Situation der Bienen.
Wenn man das Mögliche ändert in den Bienenstöcken (kleine Zellen, Anordnung der Waben, 10% Drohnen etc etc ) werden die Bienen in eine entschieden bessere Gesundheitslage gebracht.
Man wird sehen, daß sie sich gegen die Varroen durch VSH wehren und das ist schon mal was, was nur sehr wenige erreicht haben bisher. Wenn nun aber Reinvasion kommt, kann man ja mit Puderzucker über die Runden kommen und den Bienen beistehen. Wenn man einmal pro Monat 200g pro Zarge verwendt, kann man immer auf dem Bodenbrett sehen was da los ist. Um da vollen Erfolg zu haben, braucht man viele Stöcke und muß die anderen einfach bei weitem übertönen.
Ich möchte nun erklären, wie man da schrittweise vorgehen kann.
Erster Schritt
als erstes brauchen wir mal das nötige Material.
da wären die, die 4,9mm Mittelwände (Vorsicht die in Deutschland bisher erhältlichen können wir nicht gebrauchen), Ablegerkästen mit Füttermöglichkeit von außen , Plastikabsperrgitter , Lemongrasöl , Königinnenkäfig mit Möglichkeit des freifressens, Rähmchen mit auf 32mm reduzierter Dicke und viel Lust auf Arbeit
Als Orientierung jetzt schon – so gehts .
Zweiter Schritt
der zweite Schritt wäre die Aufstellung der Völker
Bei der Aufstellung muss man beachten, dass der Verflug so weit wie möglich erschwert wird. Also keine Aufstellung der Stöcke in einer Linie, wo alle die Flugbretter nach derselben Richtung haben.
Alternative: wenn sie in einer Linie stehen müssen, ist immer ein Flugloch nach vorn und eins nach hinten orientiért, abwechselnd. Besser ist zB 4 Stöcke auf eine Palette mit jeweils um 90° versetztem Flugloch, oder Einzelaufstellung.
Nicht mehr als 6 bis 12 Stöcke pro Stand. Der nächste Stand kann ca 50m entfernt liegen.
Wenn wir alle Stöcke auf kleine Zellen umgestellt haben, dürfen wir keine großzelligen mit kleinzelligen Völker mischen an einem Stand.
Möglichst weit weg von anderen Bienen.
Stöcke numerieren und bei jedem Besuch genaue Aufzeichnungen anfertigen von jedem Stock.
Dritter Schritt
wenn wir dann alle Materialen beisammen haben und die Stöcke stark sind, können wir die Ableger mit den Plastikwaben machen.
Die Stöcke sollten stark sein und viel verdeckelte Brut haben, dass wir nach kurzer Zeit davon erneut einen Ableger machen können, wenn die neue Königin gut arbeitet.
Zunächst bereiten wir einen Ablegerkasten vor, den wir von außen füttern können, bringen ein Absperrgitter am Flugloch an, dass die Königin nicht abhauen kann und entfernen dieses erst, wenn Brut aus den Plastikwaben schlüpft. Dann werden die Plastikwaben zur besseren Annahme gut mit Wachs eingerieben, mit wenig Lemongrasöl und einigem Honig eingerieben.
Wir suchen nun die Königin im Stock, sperren sie mit 5 Bienen in den Ausfresskäfig und hängen diesen mit einem Draht zwischen die 5 Plastikwaben im Ablegerkasten. Dann nehmen wir den Stock, von dem wir die Bienen und die Königin verwenden und stellen ihn beiseite. An dessen Stelle kommt der Ablegerkasten mit dem Flugloch in derselben Richtung wie sie der Stock hatte. Nun wird ein Brett ans Flgloch gelegt, dass die Bienen gut einlaufen können und an das Flugloch tropfen wir ein wenig Lemongrasöl, was die Bienen anzieht. Dann schütteln wir von 5 voll besetzten Waben die Bienen auf die Plastikwaben. Die Flugbinen werden auch alle zum Ableger fliegen. Der originale Stock wird am selben Stand mit dem Flugloch in eine andere Richtung aufgestellt. Nun helfen wir den Bienen mit dem Besen in den Ablegerstock und schließen vorsichtig den Deckel. Futterglas aufsetzen und fertig. Am Anfang jeden Tag 250g Honig füttern was dann bei gutem Wetter und guter Tracht eingestellt werden kann. Bei schlechtem Wetter weiter füttern – das ist individuell anzupassen.
Hier sieht man wie es schrittweise geht mit Fotos.
Vierter Schritt
Wenn nun der Ableger gut in Brut gegeangen ist, keine großzelligen Bienen mehr beherbergt und er den Ablegerkasten gut füllt, siedeln wir ihn in eine große Zarge um. Dabei kommen die Brutwaben in die Mitte, daran anschließend je eine neue Mittelwand mit 4,9mm und dann der Honig/Pollen. Jetzt müssen wir sehr oft kontrollieren wie die Bienen, die jetzt ja alle in 4,9mm Zellen geschlüpft sind, die 4,9mm Mittelwände ausbauen.
Hier sehen wir die möglichen Fehler.
Es ist auch möglich 4,9mm Mittelwände direkt ins Nest zu geben, wenn der Stock stark ist. Dabei sind Zeiten sehr starker Nektartracht zu vermeiden, weil hier die Tendenz herrscht, größere Zellen bauen zu wollen.
Bei der Mittelwandzugabe ist auf die Anordnung der Waben nach den Ypsilons zu achten.
Da müssen wir auf der Hut sein und sehr oft nachsehen wie sie diese Mittelwände ausbauen. Das ist eigentlich der wichtigste Vorgang am Anfang. Immer wieder kontrollieren wie sie die Mittelwände ausbauen und immer wieder neue ans Nest hängen, um zu sehen ob wir Glück haben und diese Bienen das wirkliche 4,9 bauen können.
Unser Kollege Benjamin aus Asturien hat nur durch dieses kontinuierliche Ausprobieren erreicht, dass seine Bienen das 4,9 gut bauten, ohne die Hilfe von ausgebauten 4,9mm Plastikwaben. Aber das ist einzigartig und für uns nicht möglich nachzuahmen.
Man muss laufend schlecht gebaute Waben ausmustern und durch neue 4,9mm Mittelwände ersetzen, bis wir ein kompaktes, gut gebautes Nest mit 4,9mm Waben erreichen. Dabei werden die Plastikwaben schrittweise zur Seite gehängt und ausgemustert. 
Fünfter Schritt
Wenn nun die Zarge voll ist, fangen wir wieder von vorn an und machen einen Ableger mit der Königin.
Zu Beginn sollten wir ausschließlich mit Ablegern arbeiten, bis 80% aus eigener Kraft überleben können. Das bedeutet, dass wir warten bis ein Volk eine Zarge gut füllt und dann anstatt eine 2. Zarge aufzusetzen, einen Ableger mit der Königin machen. Wir nehmen dazu 3 oder 4 Waben verdeckelte Brut, die Königin, Honig und Pollen, geben das alles in eine andere Zarge oder Ablegerkasten und stellen sie am selben Stand auf, nur mit dem Flugloch in eine andere Richtung orientiert. Dh dass sich bei dem Muttervolk eine Brutpause einstellt, weil sie sich eine neue Königin ziehen müssen und beim Ableger ebenso, da ja alle Flugbienen zum Muttervolk zurückkehren. Damit haben wir bei beiden einen Vorteil in Bezug auf die Varroavermehrung geschaffen. Wenn das alles sehr stark, mit viel Bienen, viel verdeckelter Brut und viel Futter gemacht wird, können wir denselben Vorgang in Kürze wiederholen. So sind wir in der Lage, schnell einen schönen Bestand an kleinzelligen Völkern aufzubauen.
Das Muttervolk wird inzwischen längst eine neue Königin gezogen haben und wir können wieder einen Ableger mit der Königin auf Plastikwaben machen, wie im dritten Schritt beschrieben wurde.
So bekommen wir in kurzer Zeit eine schöne Anzahl von kleinzelligen Stöcken. Wir müssen dabei lernen, wie die Bienen sich gegen die Varroa verteidigen, die Anzeichen von Krisen erkennen lernen und nicht eher mit großen Stöcken arbeiten, als bis wir sicher geworden sind im Umgang mit Bienen, die sich von alleine gegen die Krankheiten wehren, ohne den Einsatz von Krücken, wie da sind die Chemie, die organischen Säuren und essenzielle Öle.
Wenn wir dabei zu viele Stöcke produzieren, können wir diese an interessierte Kollegen abgeben, von denen es bestimmt etliche geben wird.


liebe Grüße
bee

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Riesenvorteil kleiner Zellen – Tracheenmilben kommen nicht mehr ins Innere der Bienen

#2675

Beitrag von bee »

Dee Lusby:
Da die Größe der Bienen durch die Größe der Zelle vorgegeben ist und die Größe der Zelle die Größe des Thorax der Arbeiterbiene regelt, haben wir auch die Tracheenmilben unter Kontrolle, indem wir die vorderste Atemöffnung verkleinern, wodurch sich diese Milben nicht mehr in die Lungen der Bienen begeben können.
Indem wir die Vermehrung der Varroamilben und Tracheenmilben vermindern (beides durch das USDA Tucson Laboratorium nachgewiesen), beide Milben sind in unserer Gegend bekannt auf unseren Bienen, können wir damit eine Verminderung der Folgekrankheiten erreichen. Das geschieht durch Verminderung von offenen Wunden, die von den Milben, die am Exoskelett der Bienen nagen und dies durchbeißen um ihr Blut trinken zu können, was zu Virus-, bakteriellen und Pilzinfektionen führt.
Noch was zum Problem der Tracheenmilbe, acarapis woodi. Hier auf der Insel La Palma, sind, als ich ankam vor 25 Jahren, fast alle Bienen an der Tracheenmilbe eingegangen. Dann haben die Imker Menthol angewendet und es ging wieder aufwärts – bis die Varroa kam. In den Bienen, die aus 4,9mm Zellen schlüpfen, ist das vorderste Luftröhrenpaar, oder vordere Tracheenöffnung, durch die diese Milben ins Innere der Bienen gelangen können, so klein, daß die Milben nicht mehr hindurchpassen – wzbw. Das Problem hatten die Lusbys zu Beginn und verschwand schlagartig mit der Verkleinerung der Zellen.
Dateianhänge
Tracheal_mite_-_Acarapis_woodi.jpg


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